Genügt der Solar-Strom vom Balkonkraftwerk für die Wallbox? Kann man das E-Auto mit einem Balkonkraftwerk aufladen?

Balkonkraftwerke erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Denn ohne einen Handwerker beauftragen zu müssen, kann jeder eigenen Solar-Strom produzieren. Doch kann über den gewonnenen Strom auch eine Wallbox versorgt werden, um ein Elektroauto aufzuladen? Wir erklären, ob das funktioniert und die Strommenge dafür ausreicht.

Wir erklären, ob sich ein E-Auto mit der Solar-Energie von einem Balkonkraftwerk aufladen lässt

Kann man mit einem Balkonkraftwerk ein E-Auto aufladen?

Nein, das funktioniert leider nicht. In Deutschland dürfen mit einem Balkonkraftwerk nur bis zu 600 Watt in das eigene Stromnetz eingespeist werden. Auch, wenn dieser Grenzwert im Januar 2024 auf 800 Watt angehoben wird, ist die Menge an Solar-Strom nicht ausreichend, um ein Elektrofahrzeug zu laden.

Ein E-Fahrzeug der Mittelklasse bietet eine Akku-Kapazität von etwa 70 kWh. Um es über ein Balkonkraftwerk mit 600 Watt voll aufzuladen, würde es über 100 Stunden dauern. Zur Orientierung: Ein Opel Corsa-e hat eine Akku-Kapazität von 50 kWh, die eines Tesla Y liegt bei rund 77 kWh.

Photovoltaikanlage statt Balkonkraftwerk für E-Auto-Aufladung nutzen

Besser als ein Balkonkraftwerk, sogar besser als unsere Balkonkraftwerk Testsieger sind Photovoltaikanlagen, da hierbei eine große Fläche mit Solarpanelen ausgelegt wird und die Solar-Ausbeute entsprechend hoch ist. Durch die bessere Effizienz lässt sich eine Wallbox mit Photovoltaik nutzen. Beliebt ist das sogenannte Überschussladen. Dabei wird Energie, die nicht für den Haushalt benötigt wird, für die E-Auto-Ladung eingesetzt.

Wer sein E-Auto mit grünem Strom von der PV-Anlage auflädt, sollte jedoch berücksichtigen, dass bei hohen Wallbox-Leistungen oft mit Strom aus dem öffentlichen Netz gemischt werden muss. Das ist z. B. bei Wallboxen mit 22 kW der Fall.

Mit welcher Leistung wird ein E-Auto geladen?

Ein Elektrofahrzeug lässt sich am besten über eine Wallbox aufladen. Diese bieten 11 oder 22 kW. Als Notlösung eignet sich die Ladung per Steckdose. Dabei liegt die Leistung nur bei 3,6 Watt, was hohe Ladezeiten von über 20 Stunden nach sich zieht.

Wer sich fragt, ob er das Elektroauto über die Wallbox oder Steckdose laden soll, sollte sich deshalb aufgrund von schnelleren Ladezeiten und der höheren Sicherheit besser für die Ladestation entscheiden.

Ein Balkonkraftwerk darf maximal 600 Watt und ab 2024 800 Watt einspeisen. Die Leistung der Panele kann jedoch höher liegen, um auch an bewölkten Tagen den erlaubten Maximalwert an Solar-Ausbeute zu erreichen. Dieser Wert genügt allerdings nicht, um ein E-Auto aufzuladen.

Was sind die Vorteile daran ein Balkonkraftwerk für E-Auto-Ladung zu nutzen?

Prinzipiell ist die Idee gut, sein Auto mit selbst produzierter Solar-Energie aufzuladen. Das reduziert den Stromverbrauch aus fossilen Energiequellen und minimiert sowie den CO2-Ausstoß.

Da der Ertrag eines Balkonkraftwerks jedoch zu gering ist, um überhaupt für die Aufladung eines Elektrofahrzeugs infrage zu kommen, bietet es bisher keine Vorteile ein Balkonkraftwerk dafür zu nutzen sein E-Auto aufzuladen.

Effizienter ist die Aufladung alternativ zum Balkonkraftwerk über eine Photovoltaik-Anlage.

Was sind die Nachteile daran ein Balkonkraftwerk für E-Auto-Ladung zu nutzen?

Ein Balkonkraftwerk für die E-Auto-Aufladung zu nutzen hat folgende Nachteile:

  • Die Solar-Ausbeute ist zu gering, um ein E-Auto aufladen zu können
  • Eine Aufladung würde zu lange dauern, um ein E-Auto komplett zu laden
  • Stromertrag ist wetterabhängig, meistens werden E-Autos in der Nacht geladen, während Balkonkraftwerke jedoch keine Solarenergie erzeugen
  • Alternativ zu reinen Balkonkraftwerken bieten Balkonkraftwerke mit Speicher nicht genug Kapazität, um flexible, wetterunabhängige Ladung zu ermöglichen

Wie viel Solarmodule braucht man, um ein Auto zu laden?

Wer sein E-Auto komplett mit Strom aufladen möchte, der über eine Photovoltaikanlage gewonnen wird, sollte mindestens eine Fläche von 10 bis 15 Quadratmetern für die Solaranlage zusätzlich einberechnen.

Bei einem Fahrzeug, das 10.000 Kilometer im Jahr fährt, sollten von der Anlage etwa 1,7 kWp für die Aufladung des E-Autos mit einberechnet werden. Zum Vergleich: Die Modulleistung eines modernen Panels liegt bei 350 bis 450 Wp. Für ein Einfamilienhaus werden etwa 8 bis 12 kWp benötigt, was insgesamt etwa 20 bis 50 Photovoltaikmodulen entspricht.

Damit ein E-Auto komplett mit eigenem Solar-Strom betrieben werden kann, sollten Interessierte den Kauf eines Photovoltaik-Speichers in Betracht ziehen. Denn darüber kann gewonnene Energie gespeichert und dann zum Laden genutzt werden, wenn die Energie auch benötigt wird. Die meisten E-Auto-Besitzer laden ihr Fahrzeug nämlich nachts und nicht tagsüber. Sonne ist allerdings die Grundvoraussetzung, damit Solar-Energie produziert werden kann.

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Melanie Baumann

Melanie Baumann gehört als Kind der 90er zum festen Bestandteil der Second-Screen-Gesellschaft. Aufgewachsen mit Handys, bei denen die Internetnutzung noch nicht zum Standard gehörte, ist sie heute begeistert von der überall verfügbaren Onlinewelt.

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